Foto: Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Anatomisches Panoptikum | Geschlechtsorgan | Intergeschlechtlichkeit | Zwitter <historischer Begriff>

"Zwitter mit großer Umgebung"

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Anatomisches Modell im Schaukasten

Objektdaten

InventarnummerDHMD 2010/1187
Datierung1897 - 1930
Konvolut Sammlung Anatomisches Panoptikum
Aufkleber
MaterialWachsmischung, Holz, Glas, Textil, Metall, Papier, Echthaar
TechnikWachsguss nach Modellform, bemalt
Aufkleber5
Objektmaß (HxBxT)17,2 x 43 x 32,2 cm

Beteiligte

Rudolf Pohl (1852 - 1926)
Deutschland, Dresden

Objektbeschreibung

Schwarzer Schaukasten mit Wachsmodell in Textileinfassung. Frontalsicht auf das Geschlecht und die Umgebung, d.h. Schenkelansätze. An der linken Schamlippe bietet ein Schnitt den Blick ins Innere auf die Ausbildung eines Hodens. Über dem "zwittrigen" Geschlecht, das den Durchstoß des Penis in der Mitte zweier stark ausgeprägter Schamlippen zeigt, sind Büschel blonder Schamhaare angebracht. An den anatomischen Details befinden sich kleine Papierblättchen mit Nummern - von 1 bis 6; die 3 fehlt. An der Rückseite des Kastens befinden sich zwei kleine Holzleisten zur leichten Erhöhung sowie eine Textilschlaufe zum Ziehen des Kastens. Zudem ist mit Tinte "R. Pohl in Leutewitz bei Dresden Amt 29" aufgebracht sowie Nummern mit Bleistift "24" und "50" und eine gedruckte "24". Des Weiteren befinden sich mehrere Löcher in der Kastenrückseite, die ehemals Befestigungsbändern dienten. Diese Löcher stimmen nicht mit dem Objekt überein, so kann vermutet werden, dass es sich hier nicht um den Originalkasten des Objektes handelt. Der Kasten ist von unten verschraubt.

Zusatzinformationen

Dieser Schaukasten ist Teil des Sammlungskonvoluts „Anatomisches Panoptikum“, in dessen Zentrum mehr als 200 Wachsmodelle, Moulagen, Präparate sowie Lehr- und Relieftafeln stehen. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Stücke als Teil einer anatomischen Wanderschau auf Jahrmärkten, Volksfesten sowie in Wirtshäusern präsentiert. Anatomische Wanderschauen wurden im 19. Jahrhundert populär. Sie veranschaulichten die neueren medizinisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Zeit und befriedigten gleichzeitig die Schaulust des zahlenden Publikums mit dem Blick in den geöffneten menschlichen Körper. Sex war um 1900 zum Gegenstand medizinischer Forschung geworden, aus deren Sicht der Aufbau der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane aufschlussreich zu sein schien.



Letzte Aktualisierung: 17.03.2021 Permalink: http://sammlung.dhmd.digital/object/6a86ee2f-8079-407f-b617-4763c14e3c44