Foto: Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Anatomisches Panoptikum | Operation | Blinddarmentzündung

"Blinddarmentzündung, drei Präparate unter einem Kasten. a) geschlossen, b) geöffnet, c) nach der Operation"

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Anatomisches Modell im Schaukasten

Objektdaten

InventarnummerDHMD 2010/1171
Datierungnach 1890
Konvolut Sammlung Anatomisches Panoptikum
Aufkleber
MaterialWachsmischung, Glas, Holz, Papier, Metall, Textil, Kunststoffklebeband
TechnikWachsguss nach Modellform, bemalt
Aufkleber11
Objektmaß (HxBxT)10,5 x 35,8 x 50,7 cm

Beteiligte

Rudolf Pohl (1852 - 1926)
Deutschland, Dresden

Objektbeschreibung

Schwarzer Schaukasten mit drei Wachsmodellen zum Thema Blinddarm-Entzündung. Die Modelle liegen auf einem mit Samt bezogenen Boden, der etwas gepolstert erscheint und sind unterhalb mit Nummern versehen: Das Modell 1 zeigt ein Stück Dickdarm mit dem Blinddarm und einem Abszess. An den Details sind kleine Papierschildchen mit Nummern angebracht: 1. aufsteigender Grimmdarm, 2. Blinddarm mit einem Geschwür, 3. fehlt, 4. Ende des Dickdarms. Das Modell 2 demonstriert im Schnitt und auseinandergezogen die Entzündung von innen sowie die Ursache der Entzündung - kleine, schwarze, hart gewordene Kotkugeln. Im Modell 3 wird die Entfernung des Blinddarms durch Operation thematisiert, indem der ganze Blinddarm mit dem wurmförmigen Fortsatz weggeschnitten ist und die Wundränder durch eine Naht zusammengefasst sind. Auf der Rückseite des Kastens sind handschriftlich mit Bleistift Notizen aufgebracht; die Befestigungsstricke mit ihren Knotungen sind mit Klebeband überklebt. Zwei mit Schrauben an den Boden befestigte Holzleisten erhöhen den Kasten um ca. 1 cm, und eine Textilschlaufe links ermöglicht ein Ziehen des Kastens.

Zusatzinformationen

Der Schaukasten mit Modellen einer Blinddarmentzündung ist Teil des Sammlungskonvoluts „Anatomisches Panoptikum“, in dessen Zentrum mehr als 200 Wachsmodelle, Moulagen, Präparate sowie Lehr- und Relieftafeln stehen. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Stücke als Teil einer anatomischen Wanderschau auf Jahrmärkten, Volksfesten sowie in Wirtshäusern präsentiert. Anatomische Wanderschauen wurden im 19. Jahrhundert populär. Sie veranschaulichten die neueren medizinisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Zeit und befriedigten gleichzeitig die Schaulust des zahlenden Publikums mit dem Blick in den geöffneten menschlichen Körper. Den Darstellungen von Krankheitsbildern an menschlichen Organen und anderen Körperteilen war dabei eine eigene Abteilung gewidmet. Volkskrankheiten des 19. Jahrhunderts wie Tuberkulose oder Krebs waren dabei besonders häufig vertreten. Über die Vitrine wird die Infektion des Blinddarms, des Anfangsteils des Dickdarms, veranschaulicht und die Operation als Behandlungsmethode vorgestellt.



Letzte Aktualisierung: 17.03.2021 Permalink: http://sammlung.dhmd.digital/object/6b9c6503-64e8-4007-9d94-6b6dcec8633d