Foto: Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Warze | Infektionskrankheit der Haut | Anatomisches Panoptikum | Epithel

"Hand mit Warzenbildung der Haut"; "Fuß mit wuchernder Warzenbildung"

Ansicht Drucken
Anatomisches Modell im Schaukasten

Objektdaten

InventarnummerDHMD 2011/29
Datierung1870 - 1880
Konvolut Sammlung Anatomisches Panoptikum
Etikett / SchildHand mit Warzenbildung / Fuß mit wuchernder Warzenbildung
MaterialWachsmischung, Holz, Glas, Textil, Metall, Papier
TechnikWachsguss nach Modellform, bemalt
Etikett / Schild
Objektmaß (HxBxT)15,4 x 36 x 32,3 cm

Beteiligte

Emil Kotschi
Leipzig

Objektbeschreibung

Das Auftreten von zahlreichen Warzen wird hier eindrucksvoll an Hand und Fuß gezeigt. Dem Krankheitsbild entsprechend häufen sich die Warzen an den Streckseiten der Extremitäten - hier Handfläche und Fußspann. Die rechte Wachshand liegt im Kasten links, daneben, auf der rechten Seite, der linke Fuß. Beide Modelle sind jeweils an den Oberkanten der Gelenke mit Textil eingefasst. Die Hand zeigt eine gemäßigte bzw. beginnende Warzenbildung über die gesamte Handfläche; der Fuß zeigt das nächste Stadium, die Wucherung, die in dunklen Rottönen über den Fußspann bis zum Schenkelansatz reicht. Beide Objekte liegen auf einem Samtboden, der gepolstert erscheint. Im Vordergrund jedes Objektes ist ein Papierschild mit dem Titel in verschiedenen Sprachen angebracht, ebenso auf dem Glasfenster, hier in Finnisch. Der Boden ist mit der Holzhaube seitlich verschraubt; am Boden sind zwei kleine Holzleisten zur leichten Erhöhung des Kastens befestigt sowie eine Textilschlaufe zum Ziehen des Kastens. Mit Bleistift ist handschriftlich "Hand" und "Fuß" sowie "Elephantiasis" und "No 3" aufgebracht. Zudem sind die Befestigungsstricke des Wachsobjektes erkennbar.

Zusatzinformationen

Der Schaukasten ist Teil des Sammlungskonvoluts „Anatomisches Panoptikum“, in dessen Zentrum mehr als 200 Wachsmodelle, Moulagen, Präparate sowie Lehr- und Relieftafeln stehen. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Stücke als Teil einer anatomischen Wanderschau auf Jahrmärkten, Volksfesten sowie in Wirtshäusern präsentiert. Anatomische Wanderschauen wurden im 19. Jahrhundert populär. Sie veranschaulichten die neueren medizinisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Zeit und befriedigten gleichzeitig die Schaulust des zahlenden Publikums mit dem Blick in den geöffneten menschlichen Körper. Den Darstellungen von Krankheitsbildern an menschlichen Organen und anderen Körperteilen war dabei eine eigene Abteilung gewidmet. Volkskrankheiten des 19. Jahrhunderts wie Tuberkulose, Cholera oder Krebs waren dabei besonders häufig vertreten. Bei diesem Modell wird die extreme Warzenbildung an Hand und Fuß veranschaulicht. Dabei ist das Auftreten von zahlreichen Warzen meist auf eine Infektion mit Papillomaviren zurückzuführen, die einen unkontrollierten Zellwuchs hervorrufen können.



Letzte Aktualisierung: 09.12.2021 Permalink: http://sammlung.dhmd.digital/object/74262f29-7423-4075-913c-d6d46e8ddd85