Foto: Deutsches Hygiene-Museum Dresden
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"Eine Gebärmutter mit Drillingen im 5. Monat"

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Anatomisches Modell in Glasvitrine

Objektdaten

InventarnummerDHMD 2010/952
Datierungnach 1890
Konvolut Sammlung Anatomisches Panoptikum
Aufkleber"98"
MaterialWachsmischung, Textil, Holz, Glas, Papier, Metall
TechnikWachsguss nach Modellform, bemalt
Aufkleber"6"
Stempelrunder Stempel mit Umschrift "K. K. Hauptzollamt Karlsbad"
Objektmaß (HxBxT)18 x 41,6 x 41,8 cm

Beteiligte

Rudolf Pohl (1852 - 1926)
Deutschland, Dresden

Objektbeschreibung

Wachsmodell einer Drillingsschwangerschaft im 5. Monat in einer Glasvitrine mit schwarzen Kanthölzern. Das Objekt liegt auf einem drapierten Textil und zeigt eine geöffnete Gebärmutterhöhle, in der drei Föten liegen. Hierbei handelt es sich um eine dreieiige Schwangerschaft, da jeder Fötus seine eigene Plazenta und seine eigene Fruchtblase besitzt, sichtbar an den zart in Wachs geformten Zwischenwänden. Alle drei Föten sind in ihrer Körperhaltung unterschiedlich geformt, wenngleich in den Gesichtern das Thema Ähnlichkeit eingebracht ist. Ein Fötus ist kleiner als seine beiden Geschwister dargestellt; das Geschlecht dieses Embryos ist nicht erkennbar. Die beiden stärker entwickelten Embryos sind männlich. Die Gebärmutter ist zu ihrer Einsicht oval in der Mitte geöffnet, wodurch man ebenfalls die Gewebestruktur des Organs im Schnitt erkennen kann. An den Seiten sind die Eierstöcke mit Eileitern sowie Sitz und Verlauf der Blutgefäße dargestellt. Zum Betrachter hin zeigt sich der Gebärmutterhals mit innen liegendem Gebärmuttermund (geschlossen). An der Unterseite der Vitrine befindet sich ein runder Stempel mit einem Adler und der Umschrift "K. u. K. Hauptzollamt Karlsbad".

Zusatzinformationen

"Eine Gebärmutter mit Drillingen im 5. Monat" ist Teil des Sammlungskonvoluts „Anatomisches Panoptikum“, in dessen Zentrum mehr als 200 Wachsmodelle, Moulagen, Präparate sowie Lehr- und Relieftafeln stehen. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Stücke als Teil einer anatomischen Wanderschau auf Jahrmärkten, Volksfesten sowie in Wirtshäusern präsentiert. Anatomische Wanderschauen wurden im 19. Jahrhundert populär. Sie veranschaulichten die neueren medizinisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Zeit und befriedigten gleichzeitig die Schaulust des zahlenden Publikums mit dem Blick in den geöffneten menschlichen Körper. Auch in diesem Modell sind Wissenschaft und Schaulust eindrücklich verbunden: Die Lage von Mehrlingen im Uterus der Frau war vor der Einführung des Ultraschalls Mitte des 20. Jahrhunderts ein attraktives Anschauungsmittel.



Letzte Aktualisierung: 17.03.2021 Permalink: http://sammlung.dhmd.digital/object/826e188f-e07b-4c4f-a47f-f98ee264e042