Foto: Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Gläserner Mann | Anatomiefigur (Mann) | Anatomisches Panoptikum | Gläserne Figuren

"Gläserner Mann"

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Anatomisches Modell / Mann

Objektdaten

InventarnummerDHMD 2011/38
Datierung1935
Serie / ReiheGläserne Figuren
Konvolut Sammlung Anatomisches Panoptikum
Sammlung Gläserne Figuren
MaterialKunststoff (Celluloseacetat ("Cellon"))
MaterialKunststoff, Blei, Kupferdraht, Aluminium, Holz, Textil
Objektmaß (HxBxT)183 x 122,5 x 53 cm (ohne Sockel), 181,3 x 77,7 x 52,5 cm (Holzgestell)
Höhe176 cm (Kopf bis Fuß), 5,2 cm (Sockel)
Durchmesser (D)41,5 cm (Grundplatte)

Beteiligte

Deutsches Hygiene-Museum / Gläserne Figuren
Deutschland, Dresden
Deutsche Demokratische Republik (DDR)

Objektbeschreibung

Die transparente, mit erhobenen Armen stehende Figur zeigt das Skelett, die inneren Organe sowie den Blutkreislauf eines Mannes. Die aus Cellon gefertigte, transparente Außenhülle ist vergilbt, aber dennoch durchsichtig. Die Rumpfnaht der Figur in der Körpermitte ist geöffnet. Das aus Aluminium gefertigte Skelett, die aus Cellon hergestellten Organe sowie die aus Drähten geformten Arterien und Venen sind farbig bemalt. Die einzelnen Bestandteile konnten ursprünglich von innen beleuchtet und mit Hilfe eines kurzen Tonvortrags erläutert werden. Das Geschlechtsteil des gläsernen Mannes fehlt, der Schaden ist mit einem dreieckigen Stück schwarzen Stoffes abgedeckt. Der unter der metallenen Grundplatte angebrachte Holzsockel ist wahrscheinlich im Eigenbau angefertigt worden. Die Figur ist mit Arm- und Bauchgurt an einem grün gestrichenen Holzgestell befestigt.

Zusatzinformationen

Der sogenannte Gläserne Mann ist Teil des Sammlungskonvoluts „Anatomisches Panoptikum“, in dessen Zentrum mehr als 200 Wachsmodelle, Moulagen, Präparate sowie Lehr- und Relieftafeln stehen. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Stücke als Teil einer anatomischen Wanderschau auf Jahrmärkten, Volksfesten sowie in Wirtshäusern präsentiert. Anatomische Wanderschauen wurden im 19. Jahrhundert populär. Sie veranschaulichten die neueren medizinisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Zeit und befriedigten gleichzeitig die Schaulust des zahlenden Publikums mit dem Blick in den geöffneten menschlichen Körper. Der "Gläserne Mann" gelangte in den 1950er Jahren in das anatomische Wachskabinett und wurde den Besucherinnen und Besuchern als neues, sensationelles Ausstellungsstück präsentiert. Die Schausteller erhofften sich von der bekannten Figur aus der Produktion des Deutschen Hygiene-Museums steigende Besucherzahlen und zeigten sie in einem eigens abgetrennten, verdunkelten Raum. Die Figur stammte aus der frühen Produktion Gläserner Figuren am Deutschen Hygiene-Museum und wurde 1935 für die Präsentation in Wanderausstellungen hergestellt. Nur zwei Jahre später wurde sie aller Wahrscheinlichkeit nach bei der Pariser Weltausstellung in einem eigens errichteten Pavillon gezeigt. Insgesamt befinden sich heute drei Gläserne Menschen im Bestand des Deutschen Hygiene-Museums: Neben der ersten Gläsernen Frau – einer Dauerleihgabe des Deutschen Historischen Museums – handelt es sich dabei um zwei Gläserne Männer: einer aus der Vorkriegs-, der andere aus der Nachkriegsproduktion. Nachdem der erste „Gläserne Mann“ 1930 während der II. Internationalen Hygiene-Ausstellung anlässlich der Eröffnung des Museumsgebäudes der Öffentlichkeit präsentiert worden war, wurden bis 1946 mindestens zehn sogenannte Gläserne Menschen hergestellt. So entstanden bis 1989 insgesamt etwa 130 der symbolträchtigen Gläsernen Figuren in den Werkstätten des Deutschen Hygiene-Museums.



Letzte Aktualisierung: 17.03.2021 Permalink: http://sammlung.dhmd.digital/object/87a921b3-dcd8-4366-be5d-078bd0aa6f09