Foto: Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Anatomisches Panoptikum | Gebärmutter (pathologisch) | Gebärmutterknickung | Muttermund

"Darstellung von verschiedenen Gebärmutterkrankheiten an sechs einzusetzenden Gebärmüttern"

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Anatomisches Modell im Schaukasten

Objektdaten

InventarnummerDHMD 2010/1172
Datierung1890 - 1910
Konvolut Sammlung Anatomisches Panoptikum
Etikett / Schild122 / 123 / 124
MaterialWachs, Holz, Glas, Metall, Papier, Textil, Farbfassung
TechnikWachsguss nach Modellform, bemalt
Etikett / SchildGebärmuttererkrankungen / Missbildung der gebärmutter in 2 Hälften geteilt mit doppelten Muttermund.
Etikett / SchildGebärmutter nach vorne geknickt.
Etikett / SchildGebärmutter nach hinten geknickt.
Objektmaß (HxBxT)10,5 x 48,9 x 41,2 cm

Beteiligte

Rudolf Pohl (1852 - 1926)
Deutschland, Dresden

Objektbeschreibung

Insgesamt befinden sich 6 Wachsobjekte in diesem schwarzen, mit Samt ausgelegten Schaukasten mit Glasfront. Sie bilden 3 Zweierpaare, die jeweils den Schnitt durch die Gebärmutter zeigen: Die Modelle in der Mitte zeigen die gewöhnliche Lage des Uterus oberhalb der Blase. Über das dazugehörige, auf dem Glaskasten angebrachte Papierschild sind sie mit den Worten "Gebärmutter nach vorn geknickt" betitelt. Die zwei Modelle sind aus medizinischer Sicht allerdings falsch montiert. Für eine korrekte Darstellung müssten sie gedreht werden und der Scheidenausgang müsste nach unten zeigen. Rechts daneben ist eine Abknickung des Uterus nach hinten zu sehen – eine Lageanomalie, die bei etwa 10 Prozent aller Frauen auftritt. Die links dargestellte doppelte Ausbildung der Gebärmutter kommt wesentlich seltener vor.

Zusatzinformationen

Diese Gebärmuttermodelle sind Teil des Sammlungskonvoluts „Anatomisches Panoptikum“, in dessen Zentrum mehr als 200 Wachsmodelle, Moulagen, Präparate sowie Lehr- und Relieftafeln stehen. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Stücke als Teil einer anatomischen Wanderschau auf Jahrmärkten, Volksfesten sowie in Wirtshäusern präsentiert. Anatomische Wanderschauen wurden im 19. Jahrhundert populär. Sie veranschaulichten die neueren medizinisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Zeit und befriedigten gleichzeitig die Schaulust des zahlenden Publikums mit dem Blick in den geöffneten menschlichen Körper. Die drei Gebärmuttermodelle gehören wahrscheinlich zur „Figur auf dem Seziertisch“ (DHMD 2010/964). Sie sind in zwei, hier übereinander liegende Hälften teilbar.



Letzte Aktualisierung: 09.12.2021 Permalink: http://sammlung.dhmd.digital/object/9458b221-7153-4ac2-980f-dac27e511e03