Foto: Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Verhütung | Abtreibung | Portiokappe | Anatomisches Panoptikum | Sexualaufklärung

"Weibliches Geschlecht mit Pessar"

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Anatomisches Modell in Glasvitrine

Objektdaten

InventarnummerDHMD 2010/953
Datierung1945 - 1960
Konvolut Sammlung Anatomisches Panoptikum
Etikett / Schild
MaterialWachsmischung, Kunststoff (?), Holz, Glas, Metall, Papier, Textil, Echthaar
TechnikWachsguss nach Modellform, bemalt
Etikett / Schild324. Lantioleikkaus naisesta, joka käyttää kierukkaas.
Etikett / SchildSection of pelvis with placed pessar. / Section du bassin avec pessar placé. / Bekkendoorsnede met aangebrachte pessar.
Etikett / SchildInformationen zum Einsatz von einem Pessar unter der Überschrift "Nicht Abtreiben" (siehe ausführlicher Text im Multimediamodul).
Objektmaß (HxBxT)17 x 39,5 x 51 cm

Beteiligte

unbekannt

Objektbeschreibung

Wachsmodell zur Veranschaulichung der korrekten Positionierung einer sogenannten Portiokappe (einer Variante des Okklusivpessars) auf den Muttermund, dargestellt im Vertikalschnitt der linken Hälfte des weiblichen Unterleibes, innen. Sichtbar sind: Schenkelansatz in Stoffeinfassung, Umgebung des Schambereiches außen, d.h. Schamhaare, Schamlippe, Scheideneingang, Harnblaseneingang und Anus. Im Zentrum steht die Portiokappe, die in das Wachs eingearbeitet ist und den wächsernen Gebärmutterhals umfasst. Ebenfalls sichtbar, sehr schematisch, Steißbein, Hüftknochen, Enddarm, Harnblase, Gebärmutter und Schambein. Oben endet das Modell in einem Horizontalschnitt, der die Organe offen abschließt und den Gesäßmuskel erkennen lässt. Das Modell ist in einer Glasvitrine mit schwarzen, abgerundeten Kanthölzern untergebracht und liegt auf einem samtenen Boden. Vitrinenhaube und Vitrinenboden sind durch Schrauben an den Seiten verbunden.

Zusatzinformationen

Die Vitrine ist Teil des Sammlungskonvoluts „Anatomisches Panoptikum“, in dessen Zentrum mehr als 200 Wachsmodelle, Moulagen, Präparate sowie Lehr- und Relieftafeln stehen. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Stücke als Teil einer anatomischen Wanderschau auf Jahrmärkten, Volksfesten sowie in Wirtshäusern präsentiert. Anatomische Wanderschauen wurden im 19. Jahrhundert populär. Sie veranschaulichten die neueren medizinisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Zeit und befriedigten gleichzeitig die Schaulust des zahlenden Publikums mit dem Blick in den geöffneten menschlichen Körper. Aufbau und Struktur des weiblichen Körpers waren dabei von besonderem Interesse. Themen wie Menstruation, Sex oder Schwangerschaft wurden über Wachsmodelle des weiblichen Unterleibs erläutert. Dieses Modell veranschaulicht das Verhütungsprinzip einer sogenannten Portiokappe. Sie wird direkt über den Gebärmuttermund (Portio) gestülpt, wo sie sich festsaugt und das Eindringen der Spermien verhindert. Die öffentliche Präsentation und die Erläuterung einer solchen Verhütungsmethode waren in Deutschland bis 1927 verboten. Die Darstellung wurde wahrscheinlich erst nach 1945 produziert und in das Anatomische Wachskabinett aufgenommen. Die Schausteller ordneten sie der Entwicklung eines "Dr. Crede Celle" zu.



Letzte Aktualisierung: 09.12.2021 Permalink: https://sammlung.dhmd.digital/object/e1c8bbb7-334e-4529-95c1-494bafd652f2