Foto: Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Anatomiefigur (Frau) | Gläserne Figuren | Gläserne Frau

"Gläserne Frau"

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Anatomisches Modell / Frau

Objektdaten

Inventarnummer2002/1 L
Datierung1935 - 1936
Serie / ReiheGläserne Figuren
Konvolut Sammlung Gläserne Figuren
MaterialKunststoff (Celluloseacetat ("Cellon")), Kupferdraht, Blei, Elektrik, Aluminium
Objektmaß (HxBxT)190 x 120 x 75 cm (ohne Sockel)
HöheFerse bis Kopf (Körpergröße) 165 cm
UmfangBrustumfang 92,5 cm, Taillenumfang 76 cm, Hüftumfang 95 cm
LängeFuß 22,5 cm

Beteiligte

Hersteller Deutsches Hygiene-Museum / Lehrmittelproduktion
Deutschland, Dresden
Deutsches Reich

Objektbeschreibung

Im Inneren der aufrechtstehenden und transparenten Figur mit erhobenen Armen präsentiert sich modellhaft der Stützapparat (Skelett), die inneren Organe und der Blutkreislauf einer Frau. Der durchsichtige Kunststoff (Cellon) ist etwas vergilbt, dennoch ist die plastische Ansicht des inneren Baus gut erkennbar. Die einzelnen, ebenfalls aus Cellon gefertigten Organe sind farbig gegeneinander abgesetzt (und haben ursprünglich geleuchtet), sodass mit Kenntnis ihrer Lage Folgendes anschaulich ist: Gehirn, Kehlkopf, Schilddrüse, Lunge, Herz, Magen, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Dünndarm, Blinddarm, Dickdarm, Nieren, Harnblase, Eierstöcke und Gebärmutter. In allen Körperregionen werden, ebenso farbig hervorgehoben, die wichtigsten Blutgefäße gezeigt. Diese sind aus verschieden gefärbten Drähten gefertigt; das Material des Skeletts ist aus Aluminium. Die nach oben ausgestreckten Arme und die leichte Schritthaltung auf einem Stand- und einem Spielbein erinnert an die griechische Statue "Betender Knabe" (Statue von Boedas von Byzanz, um 300 v.Chr.), wenngleich der Orantengestus zum Repertoire der Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte.

Zusatzinformationen

Bei dieser Figur handelt es sich um die erste Gläserne Frau aus der Produktion des Deutschen Hygiene-Museums. Von dem Miederwarenfabrikanten S.H. Camp aus Jackson (Michigan) gestiftet, wurde sie am 20. August 1936 im "Museum of Science and Industry" in New York enthüllt. Jahrelang auf Tournee in den USA, erhielt sie später einen Präsentationsort in St. Louis (Missouri). Im Jahre 1988 wurde sie dem Deutschen Historischen Museum Berlin, gemeinsam mit einem Gläsernen Mann aus den 1930er Jahren, von zwei amerikanischen Institutionen - dem Museum of Science in Buffalo bzw. dem Science Center in St. Louis - geschenkt. Heute befindet sich diese Gläserne Frau als Dauerleihgabe des Deutschen Historischen Museums wieder an ihrem "Geburtsort" Dresden. Insgesamt befinden sich derzeit drei Gläserne Menschen im Bestand des Deutschen Hygiene-Museums: Neben der Gläsernen Frau als Dauerleihgabe handelt es sich dabei um zwei Gläserne Männer: einer aus der Vorkriegs-, der andere aus der Nachkriegsproduktion. Nachdem der erste „Gläserne Mann“ 1930 während der II. Internationalen Hygiene-Ausstellung anlässlich der Eröffnung des Museumsgebäudes der Öffentlichkeit präsentiert worden war, wurden bis 1946 mindestens zehn sogenannte Gläserne Menschen hergestellt. Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion ausgeweitet. So entstanden bis 1989 insgesamt etwa 130 der symbolträchtigen Gläsernen Figuren in den Werkstätten des Deutschen Hygiene-Museums.



Letzte Aktualisierung: 01.12.2021 Permalink: http://sammlung.dhmd.digital/object/e57908f9-2272-4fbb-b9c0-83ce74f97b06