Foto: Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Typhus | Darmgeschwür | Cholera | Anatomisches Panoptikum | Bauchfellentzündung

"Dünndarm bei Cholera mit Schwellungen am Gekröse", "Typhusgeschwüre, von denen das eine die Perforation der Darmwand veranlaßt hat", "Entzündung des Bauchfelles infolge dieser typhösen Durchbohrung"

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Anatomisches Modell im Schaukasten

Objektdaten

InventarnummerDHMD 2010/1178
Datierung1870 - 1880
Konvolut Sammlung Anatomisches Panoptikum
Etikett / Schild
MaterialWachsmischung, Holz, Glas, Metall, Papier, Textil, Kunststoffklebeband
TechnikWachsguss nach Modellform, bemalt
Etikett / Schild
Etikett / Schild
Etikett / Schild
Objektmaß (HxBxT)10,5 x 50,4 x 35,5 cm

Beteiligte

Werkstatt anatomische Lehrmittel Emil Kotschi
Leipzig

Objektbeschreibung

3 Modelle in einem schwarzen Schaukasten mit Glasfront. Die Objekte liegen auf dunklem Samt, der gepolstert erscheint, und haben unmittelbar am Objekt eine Nummer auf einem Papierschild. Das Objekt 100 ist auf der linken Seite des Kastens angebracht und zeigt einen geschwollenen Dünndarm von außen bei Cholera mit befallenem Gekröse. Das Darmmodell 111 liegt rechts oben und verdeutlicht ein Typhusgeschwür, das die Darmwand angegriffen und zum Teil schon durchsetzt hat. Am Modell 112 wird eine Bauchfellentzündung infolge einer typhuösen Durchbohrung gezeigt. Es befindet sich rechts unten im Kasten. Am Kastenboden sind zwei Holzleisten montiert, die den Kasten etwas erhöhen. Zudem ist eine Schlaufe zum Ziehen des Kastens angebracht; sichtbar sind die Verschnürungen der Befestigungsstricke und mit Bleistift aufgebrachte Notizen/Titel.

Zusatzinformationen

Der Schaukasten ist Teil des Sammlungskonvoluts „Anatomisches Panoptikum“, in dessen Zentrum mehr als 200 Wachsmodelle, Moulagen, Präparate sowie Lehr- und Relieftafeln stehen. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Stücke als Teil einer anatomischen Wanderschau auf Jahrmärkten, Volksfesten sowie in Wirtshäusern präsentiert. Anatomische Wanderschauen wurden im 19. Jahrhundert populär. Sie veranschaulichten die neueren medizinisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Zeit und befriedigten gleichzeitig die Schaulust des zahlenden Publikums mit dem Blick in den geöffneten menschlichen Körper. Den Darstellungen von Krankheitsbildern an menschlichen Organen und anderen Körperteilen war dabei eine eigene Abteilung gewidmet. Volkskrankheiten des 19. Jahrhunderts wie Tuberkulose oder Krebs waren dabei besonders häufig vertreten. Im Laufe des 19. Jahrhundert kam es wiederholt zu Ausbrüchen weltweiter Cholera- und Typhuspandemien, deren Ursache man sich nicht erklären konnte. Erst in den 1880er-Jahren wurden die Erreger der beiden Infektionskrankheiten endgültig nachgewiesen und die Theorie, wonach die Bakterien über verunreinigtes Trinkwasser in den Körper der Kranken gelangten, setzte sich durch. Nun ließen sich die Krankheiten effektiv bekämpfen: Die Betroffenen wurden isoliert, das Trinkwasser abgekocht und die Kleidung desinfiziert.



Letzte Aktualisierung: 09.12.2021 Permalink: http://sammlung.dhmd.digital/object/eea3c57e-528b-44db-a6ca-79b815684d8d